Willst Du ein bestimmtes Theme reflektieren und vertiefen, so schreibe etwas darüber.
Modern. Aber mit dem Charme des Antiken
Nein, dieses Spinnrad ist nicht 100 Jahre alt, auch wenn die aufwendige Drechslerarbeit darauf schliessen lässt. Es ist ein «Sonata» vom polnischen Spinnradhersteller Kromski. Auf der Unterseite des Rahmens sind noch immer das Datum und eine Signatur zu erkennen, die der Drechslermeister dort persönlich mit einem Filzstift hingeschrieben hat: 14.06.2019, KR. Das bedeutet auch, dass jedes Rad sorgfältig geprüft wird, bevor es die Werkstatt verlässt.
Ich habe dieses schöne Stück als Occasion erwerben könnnen. Und obwohl es schon sieben Jahre alt ist, hat es kaum Gebrauchsspuren; die Vorbesitzerin hast es also sehr sorgfältig behandelt. Stellt man es auf und tritt sorgfältig auf die Pedale, beginnt es fast lautlos und ruhig zu drehen, ein Riemen übeträgt die Drehung des Antriebrades auf den Spinnflügel, der die Spule mitzieht – soweit die schottische Spannung dies erlaubt. Mit dieser einfachen Technik gelingt es, einen Faden gleichzeitig zu verdrehen und auf der Spule aufzuwickeln.
Das tönt jetzt recht einfach – und ist es bei diesem Spinnrad auch! Wer das Spinnen erlernen will, hat hier genau das richtige Rad gewählt, weil es einigen Komfort bietet, den man bei den antiken «Vorfahren» nicht findet. Den Doppeltritt zum Beispiel, man sitzt schön gerade vor dem Rad und kann mit beiden Füssen treten, dies erlaubt bei längerem Spinnen eine gerade und entspannte Körperhaltung. Oder die gefederte Spulenspannung, die sehr fein eingestellt werden kann, sogar während dem Spinnen!
Was man dem Sonata überhaupt nicht ansieht: Es kann mit wenigen Handgriffen zusammengefaltet und in eine Tasche gesteckt werden, es ist also auch ein Reiserad. Die polnischen Konstrukteure haben diese Funktion gut gelöst: Nach dem Entfernen des gesamten Spinnkopfes muss nur noch die Halterung des Fusses gelöst werden, dann lässt sich das Rad zusammenklappen. Die frei gewordene Schraube wird nun verwendet, um Fuss und Rad zu fixieren. Ich habs zweimal ausprobiert, das Rad war in weniger als zwei Minuten in der Tasche verschwunden! Wichtig: Lass Dir beim Auf- und Abbau Zeit und halte das Spinnrad immer mit mindestens einer Hand fest.
Die Sonata Formel lautet zusammengefasst: Ergonomisch und voll alltagstauglich, ohne den Charm des antiken Spinnrades zu verlieren.
Mit der Cervelat eine Abstimmung gewinnen
Dieser Blog ist unpolitisch. Und das wird auch so bleiben! Im Moment geschieht aber etwas, das über die Politik hinaus interessant scheint: Die allseits beliebte Cervelat wird zum Sujet für einen Abstimmungskampf. Warum ich das interessant finde?

Darum: Viele mögen sich noch so wie ich an die Kinder- und Schulzeit erinnern. Wir sassen irgendwo zusammen; vielleicht im Sommerlager der Schule oder Abends gemeinsam mit Freunden irgendwo an der Emme, im Wald oder auf einer Anhöhe. Und dann wurde ein Feuer gemacht, eingefasst mit Steinen, angezündet mit dürrem Holz, das wir zuvor eingesammelt hatten. Damit kam ein schönes Gefühl der Freiheit auf, plötzlich waren Schule, das Zuhause oder Verpflichtungen irgendwelcher Art weit, weit weg. Im Schein des Feuers unter dem Abendhimmel kam eine wohlige Bonanza Stimmung auf! Und dann, dann wurden Stecken an einem Ende zugespitzt und eine zuvor mit dem Taschenmesser eingeschnittene Cervelat aufgesteckt. Und zuletzt über das knisternde Feuer gehalten, bis sie würzig fein roch und die aufgeschnittenen Enden sich nach aussen bogen.
Das ist die Cervelat! Sie ist mehr als einfach nur eine Wurst; für viele von uns ist sie ein schönes Stück Erinnerung. Und nun taucht sie plötzlich auf einem Werbeplakat auf, „mein Essen, meine Wahl“. Jawohl, die geliebte Cervelat lassen wir uns aber nicht nehmen! Wo bleibt sonst die Freiheit? Die Unabhängigkeit am Lagerfeuer? Wo bleiben Winnetou und Old Shatterhand? Es ist eine zunehmend verminte Zeit, in der wir Leben; plötzlich blicken Beamte, Politiker und Gesundheitsapostel argwöhnisch und säuerlich in unseren Teller! Liegt da wohl etwas, das ungesund ist? Das irgendwie nicht zu einer Lebensmittelverordnung passt oder das einen Namen hat, der politisch inkorrekt geworden ist?
Egal! Die Cervelat wird bleiben, ganz egal, wie die Abstimmung ausgeht. Und mit der Cervelat behalten wir auch die Erinnerung an eine Zeit, als so manches noch etwas weniger schwerfällig war.
Der erste Spinnkurs

Spinnen ist im Kommen! Frauen wie auch Männer entdecken das alte Handwerk und erstellen am eigenen Spinnrad ihr eigenes Garn. Zu unserem ersten Spinnkurs kamen zwei Frauen aus Bern, die einen Tag lang viel über das alte Handwerk lernen konnten: Welche Fasern gibt es? Wie entsteht der erste Faden am Spinnrad? Und was ist eigentlich Zwirnen? Auf all diese Fragen und einige mehr wurde am Kurs eingegangen. Selbstverständlich kam auch das Kulinarische nicht zu kurz, zum Zmittag wurde eine selbstgemachte Gemüsepizza serviert.
Wir hoffen natürlich, dass sich die ersten Kursteilnehmerinnen von der Faszination des Spinnens inspirieren liessen, dass sie viele gute Erfahrungen sammeln konnten und hoffentlich schon bald mit ihrem handgesponnenen Garn stricken können.
Weitere Infos zum Spinnkurs finden Sie hier: Spinnkurs Schmalenhof.
Auch Tissot hat das Alphorn entdeckt

Ein Alphorn und ein Schweizer Traditionsunternehmen, das passt sehr gut zusammen. Und Tissot ist genau das! Der Uhrenbauer aus Le Locle produziert seit 1853 Uhren, die sich sehen lassen dürfen: Von der praktischen Quarz-Alltagsuhr bis zur vergoldeten Luxusuhr mit Automatikuhrwerk bietet Tissot alles, was das Herz von Uhrenliebhabern höher schlagen lässt. Und dies stets in hoher Qualität. Der Verfasser dieses Blogs kann dies gerne bestätigen, er trägt seit 40 Jahren eine Tissot PR-100! Sie sieht noch aus wie am ersten Tag, ging nie kaputt und das Saphirglas ist immer noch makellos.
Der Screenshot zeigt eine Bild, das aktuell auf der Homepage zu sehen ist, unverkennbar ist links im Hintergrund ein Alphornbläser zu sehen. Aber rechts? Vermutlich ein Gladiator. Für Tissot passt beides zum Thema Männeruhr.
An der Schwelle zur Ewigkeit

Ein letztes mal öffnet ein Mensch seine Augen, er nimmt noch einmal das Licht dieser schönen Welt wahr, noch einmal sieht er, wie ein Sonnenstrahl das Zimmer erhellt. Aber dann schliessen sich seine Augen für immer. Doch was geschieht nun? Ist die Seele nun frei von aller Angst und von allem Schmerz? Erhebt sie sich in eine lichte Sphäre der Ewigkeit? Oder wartet nur ein unsagbares Nichts auf sie? Das mögen Fragen sein, die sich der Mensch stellt, seit er ein Bewusstsein hat. Aus sehr persönlichen Gründen habe ich in den letzten Wochen und Monaten über diese ernste Frage nachgedacht. Ganz kurz möchte ich hier zusammenfassen, was ich dabei entdeckt habe. Vielleicht hilft es jemandem in der Zeit der Trauer.
Manche sagen, dass wir nach dem Tod dort sind, wo wir vor der Geburt waren. Aber diese Annahme kann nicht zufriedenstellen. Sie wirft nur neue Fragen auf!
Die wertvollste Quelle, um Hinweise auf die Frage zu finden, was im Moment des Sterbens geschieht, ist das neue Testament. Die gute Nachricht ist der am besten überlieferte Text aus der Antike; was wir heute in den 27 Büchern des neuen Testaments lesen, entspricht dem, was schon die ersten Christen in Rom, Athen oder Antiochia lasen. Das ist wichtig zu wissen, denn das Vertrauen ist eine wichtige Voraussetzung für das Verständnis eines Textes. Welches ist die zentrale Botschaft des neuen Testaments?
Jesus, seine Jünger und die ersten Missionare berichten uns von einem liebenden und barmherzigen Gott. Wer sich ihm vertrauensvoll zuwendet, wird von seiner unbedingten Liebe umfangen und getragen. Und wer vertraut, kann diese Gegenwart Gottes fühlen in jedem Moment seines Lebens! Liebe empfangen und selbst weitergeben, das ist ein Grundwert des Christentums. Doch nun, was geschieht im Moment des Sterbens? Grosse, kaum vorstellbare Angst von dem Ungewissen und oft auch furchtbare Schmerzen quälen den Sterbenden. Ein liebender Gott wird niemals zulassen, dass eine gebrochene Seele noch mehr leidet! Hat ein Mensch die Schwelle zur Ewigkeit überschritten, ist er nicht allein, er wird von einem Himmelsboten aufgefangen, getröstet und getragen.
Hört das Herz auf zu schlagen, kann es zu Nahtoderfahrungen kommen; messbare Hirnaktivitäten gibt es keine mehr, dennoch behalten die Sterbenden ihr Bewusstsein und sogar ihre Erinnerung! Seit tausenden von Jahren und in allen Kulturen dieser Welt gleichen sich diese Nahtoderfahrungen. Menschen, die den Weg zurück ins Leben fanden, berichten von einem hellen Licht, das sie umgibt, von einen tiefen Gefühl des Glücks und der Geborgenheit. Sie sind ihrem Engel begegnet, der seine schützenden Hände über sie hielt. Menschen, die Engeln begegnen, beschreiben sie oft in ähnlicher Weise. «Seine Gestalt leuchtete wie ein Blitz, und sein Gewand war weiss wie Schnee»1, so beschreiben zwei Augenzeuginnen einen Engel im Matthäus Evangelium. Als den Hirten auf dem Feld nachts ein Engel erschien, «umgab sie die Herrlichkeit des Herrn mit ihrem Glanz.»2 So überliefert es der Evengelist Lukas. Und als Petrus von einem Engel aus dem Gefängnis befreit wurde, erstrahlte ein helles Licht im finsteren Gefängnis. Wo Engel sind, ist Licht. Es ist dieses Licht, das den Sterbenden umgibt und beschützt.
Was sagt das Evangelium noch über diesen Lebensmoment, den wir ernst nehmen, aber nicht fürchten müssen? Auf die Fangfrage eines Theologen hin gibt Jesus einen wichtigen Hinweis; er sagt dass wir sein werden wie die Engel. Und der Apostel Johannes verspricht in der Apokalypse, dass alles Leid ein Ende haben wird: «Gott wird alle ihre Tränen abwischen. Es wird keinen Tod mehr geben, kein Leid und keine Schmerzen.»3 Gerade beim Johannes lohnt es sich, noch einmal hinzuhören. Er stand Jesus besonders nahe und betonte mehrfach, dass das ewige Leben durch die Gegenwart Gottes schon hier auf Erden beginnt, nicht erst nach dem Tod. So zitiert er Jesus in einer der schönsten Bibelstellen:
«Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt. Und wer lebt und an mich glaubt, wird niemals sterben.»4
Der Tod ist kein Ende, weil er den Menschen nicht von Gott trennen kann.
Bleiben wir noch etwas bei Johannes. Er ist Zeuge, als Jesus in Jerusalem seine Abschiedsrede hält. Er sagt zu seinen Weggefährten, dass er sie bald verlässt. Ihnen aber einen Platz im Himmel vorbereiten wird. Und weiter: «Und wenn ich einen Platz für euch vorbereitet habe, werde ich wieder kommen und euch zu mir holen, damit auch ihr dort seid, wo ich bin.»5 Die Gemeinschaft der im Glauben vereinten ist wichtig und wird im neuen Testament immer wieder hervorgehoben. Johannes hat ein Gebet von Jesus aufgezeichnet, das dieser an jenem Abend sprach. Darin heisst es unter anderem: «Ich bete aber nicht nur für sie (die Jünger), sondern auch für die Menschen, die auf ihr Wort hin an mich glauben werden. Ich bete darum, dass sie alle eins sind – sie in uns, so wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin.»6 Gibt es nach dem Tod eine Wiedervereinigung mit den lieben Weggefährten des vergangenen irdischen Lebens? Aus christlicher Sicht ist die Antwort ein ganz klares Ja!
Und noch etwas fällt auf, wenn wir Johannes zuhören. Es geht um das Licht, das nicht nur Engel umgibt. Johannes setzt das Licht mit Gott gleich. So gibt er wieder, was Jesus gesagt hat: «Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis umherirren, sondern wird das Licht des Lebens haben».7 Und an einer andere Stelle: «Solange ihr das Licht habt, glaubt an das Licht, damit ihr Kinder des Lichtes werdet!»8 Was der Mensch in dieser Welt erblickt, ist eine Ahndung dessen, was ihn erwartet, wenn er die Schwelle zur Ewigkeit überschreitet. Was zuvor nur schemenhaft aus der Entfernung zu erkennen war, umgibt ihn nun mit aller Kraft und Grösse der Liebe Gottes.
Alle Zitate stammen aus der neuen Genfer Übersetzung:
Matth. 28,3; 2. Luk. 2,9; 3. Offenb. 21,4; 4. Joh. 11,25-26; 5. Joh. 14,3; 6. Joh. 17,20-21; 7. Joh. 8,12; 8. Joh. 12,36.
Literatur: Strobel, Lee: Dem Himmel auf der Spur.
Tobler, Gustav: Kein Tod mehr – Wann beginnt das ewige Leben?
Am Walkringer Frühlings-Märit

Unsere Spinnräder hatten in den vergangenen Wochen viel zu tun; es galt, eine aussagekräftiges Sortiment für den Märit in Walkringen zu spinnen. Und als es dann soweit war, konnten wir auf einem hübsch geschmüchten Tisch die Garne von Chilena, Ardenna, Ardina und Marisa anbieten. Ein Blickfang war natürlich das Louet Spinnrad, das bei Alt und Jung auf reges Interesse stiess. Besonders Kinder zeigten sich interessiert und setzten sich ans „Redli“, um unter Erikas kundiger Anleitung selbst einige Meter Garn zu spinnen.
Die Zeit verging wie im Flug und wir konnten einige Alpaka „Gärnli“, aber auch Mützen und Stirnbänder von Apu Kuntur verkaufen. Was für uns aber noch fast wichtiger war, waren die vielen Kontakte, die wir knüpfen konnten. Mit Häklerinnen, Schafzüchtern und vielen anderen Teilnehmern am Märit. So war der Märit für uns in jeder Hinsicht eine Bereicherung und wir werden auch im Herbst gerne wieder mit dabei sein. In der Zwischenzeit heisst es nun, wieder ans Spinnrad sitzen, um bis dahin das Sortiment weiter zu vergrössern.
Der Wolf kommt!

Ganz überrascht waren wir nicht, als wir hörten, dass ein Wolf in Trubschachen aktiv war. Isegrim hat sich aufgemacht, auch das Emmental zu erkunden. Für uns bedeutet dies, dass wir unsere Alpakas besser schützen müssen. Ein Zaun von 1.2 Meter Höhe ist für den Wolf kein Hindernis. Er versucht zuerst unter dem Zaun durchzuschlüpfen, Klappt das nicht, springt der Wolf über den Zaun! Also wird der Zaun mit Stromkabel zusätzlich gesichert.
Wiehnachtsgruess

Uf däm Bild si alti Chrippefigure z’gseh, e Hirt, zwe Chünige, d Maria u ds Jesusching i der Chrüpfe. Es si die erschte Chrippefigure won-i i mim junge Läbe ha dörfe gseh, öppe im Jahr 1967. U leider fähle hüt der Joseph u ei Chünig, beidi si i all dene Jahr irgendeinisch verlore gange. Scho mängisch si die Figure unger em Wiehnachtgsböimli gstange, langsam bletteret d Farb ab u der Gips vo dene schlichte Figure verbrösmelet.
Aber wüsst Dir was? O wenn die Figure nümme so schön usgseh wie vor vilne Jahre, so hei si doch öppis wichtigs z’säge, öppis wo nie verblasst: Die heilig Nacht, Maria und Joseph im Stall, der Stärn vo Betlehem, all das Wunderbare u Schöne vo der Wiehnacht blibt! Ganz glych, wie mängs Jahr vergeit. Wiehnachte verblasst nid u bletteret nid ab, ds Liecht vom Wiehnachtsstärn schynt jedes Jahr häll u klar. Sit meh als 2000 Jahr.
Das tüecht mi öppis vom Schönste, wo Hoffnig git, a jedem Tag i Jahr. We d Tage ganz churz wärde, de erhällt ds Liecht vor Wiehnachte die feischteri Zyt. Mit der Geburt im eifache Schafstall het Jesus es Liecht azündet, wo lüchtet, für jede Mönsch. U nüt u niemer chas usblase, es lüchtet witer, ganz glich, was passiert. Jesus sälber isch ds Liecht i üsere mängisch dunkle Wält, är het d Türe zum Himmel für üs wyt ufgmacht. U ds himmlische Liecht strahlt dank Jesus i üses Läbe.
Drum, liebi Läserin u liebe Läser, zündt itz es Liechtli a u fröi di, dass es wider Wiehnachte worde isch.
Eine alte Wollhaspel
Keine Ahnung, wo sie all die Jahre abgestellt wurde, oder wo sie überhaupt herkommt. Auf jeden Fall war die Haspel stark verstaubt, als sie uns als Geschenk angeboten wurde. Beim bisherigen Besitzer stand sie ungenutzt irgendwo auf dem Dachboden. Nach einer gründlichen Reinungung zeigte es sich, dass die möglicherweise 200 Jahre Wollhaspel noch einwandfrei funktioniert. Die auf einem Gestell stehende und abnehmbare Kreuzhaspel wird aufgeklappt und dann dann das Garn von einer Spule am Spinnrad aufgewickelt. Gedreht wird die Haspel mit einer Kurbel:

Natürlich kann das gute alte Stück mit einer Besonderheit aufwarten: Sie hat ein Zählwerk! Mit einer Zahnradübersetzung werden die Umdrehungen der Haspel gemessen und auf einer Skala angezeigt. Leider fehlt der Zeiger und die hölzerrnen Zahnräder sind an mehreren Stellen schadhaft, das Zählwerk funktioniert als nicht mehr! Die Haspel konnte also nicht zum Umwickeln des Garns genutzt werden, sie war aich ein Messgerät für die Garnmenge.

Ein Hinweis, wo die Haspel einst gestanden haben mag, findet sich in einer Gothelferzählung: Dursli der Branntweinsäufer oder Der heilige Weihnachtsabend. Da Dursli ein Lotterleben führt, muss seine Frau Bäbeli nachts spinnen, um etwas Geld für sich und ihre Kinder zu verdienen. Am Morgen schickt sie ihre älteste Tochter zum Garnhändler, um das Garn zu verkaufen. Vielleicht wog der Händler die Wolle, um die Menge zu bestimmen. Oder aber, er verwendete eine Wollhaspel mit Zählwerk, so wie dieses Exemplar.
Vielen Dank an J. für dieses praktische Werkzeug. Ich verwende die Haspel regelmässig und habe sie schätzen gelernt.

