Archiv der Kategorie: Rüderswil

Wenn der Samichlous chunt

Es Wiehnachtsgschichtli us Rüderswil

Es isch e verschneite Dezämbertag gsi, wo im erschte Dämmerigsliecht der Aabestärm am Himmel het afa lüchte. Aber no het d Heiteri vom Tag der früsch u rein Schnee uf de Böim, Fälder u Matte la glänze, d Tanne hei ihres wysse Winterchleid treit u wär zum Himmel het gluegt, het chönne gseh, wie der silbrig Mond sich uf si Wäg dür d Winternacht het gmacht. U denn, während sich meh u meh guldigi Himmelsliechter zum Aabestärn gsellt hei, isch plötzlich e Stärnschnuppe über em Riedbärg z gseh gsi. E länge Schweif het si ar blaue Himmelsfeschti zoge und isch der Moosegg zue, zum dert z verlösche, wo sich d Ärde u der Himmel berüehre.

Rüderswil

I däm Momänt si es paar Ching uf em schneebedeckte Wäg vo der Eyfuhre em Dorf zue gnepft. «Luegit dert!» het plötzlich ds jüngschte, d Lea gseit,«, luegit dert, chönnt das nid der Stärn vo Betlehem si?» D Lea het drum die Stärnschnuppe gseh und i ihrer chindliche Fantasie isch itz d Wiehnachtsgschicht so läbändig worde, als wär alles grad i dere Nacht passiert. Aber eine vo de Buebe, der Ivan, het für settigi Sache weni Musigghör gha. «Hm, ha gar nüt gseh!» het är mutz gseit u isch mit grosse Schritte däm Buurehus zue, wo ds Zil vom Chindergrüppeli isch gsi. Dert nämlich het der Ivan öppis gha, won är ganz stolz druf isch gsi u de angere Ching, em Simon, Levin u der Isa het wölle zeige. Es isch e Stall gsi mit Chüngeli drin, jungi Tierli mit ganz weichem Fäli i verschidene Farbe, de aber o e Chüngelimuetter, wo zfride im Egge vom Stall isch ghocket u zuegluegt het, wie die junge si desume gsprunge. «Darf i eis i d’Hang näh?» het d Isa bittet und der Ivan het ihre dä Wunsch gärn erfüllt u eis vo dene fiine u längohrige Tierli füregnoh u der Isa i d Arme gleit. Das isch also der Grund gsi, dass der Ivan die Himmelserschynig uf em Wäg nid het gseh. Mit allne sine Gedanke isch är halt bi sim Stall u sine junge Chüngeli gsi.

Ds Chüngeli uf em Arm vor Isa het fiin ar Winterjagge gschnüpperlet, u für das Meitschi is das Chüngeli grad gsi wie es Wiehnachtsgschänk, wie eis vo dene Tier, wo vor so mängem Jahr o bir Chrippe z Betlehem si gsi. D Isa het umegluegt u het im warme Stall die andere Tier gseh. Vo all däm, wo der Ivan itz über d Rasse u auergattis meh vo sine Chüngeli het gfachsimplet, het d Isa chum es Wort ghört. I ihrer Fantasie het si sich uf e längi Reis gmacht und isch im Stall vo Betlehem gsi. Der guldig Schweif am Himmel isch zum Betlehem-Stärn worde, ds Chälbli zum Eseli, wo d Mueter Maria het treit. U denn si ja o no Hirte derbi gsi, het d Isa gsinnet, grad so wie bi üs d Senne uf der Alp. Aber wie hei de die gwüsst, dass das Ching da ir Chrippe öppis ganz bsundrigs isch gsi? Eh ja, e Ängel het nes ja gseit, u de no wie! Aber, so isch es im Chopf vor Isa wytergange, hätte de die Senne o Bscheid gwüsst, wenn se e ke Ängel brichtet hät? U denn het sich d Isa a ne Erzählig erinneret, wo seit das alli Tier, Chüeh, Schaf, Wölf, Füchs u Bäre ir Chrischtnacht e töife Fride hei gha.

Wüsse ächt das die angere, het d Isa sich gfragt und grad d Prob gmacht: «Wüsst de dihr, dass me die heilige Nacht o a de Tierleni cha erchenne, o wenn ke Ängel nüt het gseit?» So het d Isa ganz plötzlich gfragt u der Ivan bim brichte ungerbroche. Aber die hei nid rächt gwüsst, was Isa meint u churz druf het sich scho wier alles um d Chüngeli dräiht.

Währenddesse het sich der Buur a d Arbeit gmacht, es isch Stallzyt gsi u für d Ching het das gheisse, sich wider uf e Heiwäg mache. Verusse het es chreftig us em dunkle Winterhimmel afa schneie und ds Strässli, wo zrügg i d Eyfuhre füehrt, isch früsch verschneit gsi. Grad so, dass me gäbig het chönne ziberle u rütsche mit de Schueh. Der Levin het das bsungers guet chönne, drum het är immer wider übermüetig Aalouf gnoh, isch mit schnälle Schritte vorus, a der Dorflinde verbi un de d Strass ab pfilet. Einisch mehr springt är dervo, wartet uf e günschtigi Stell u platscht plötzlich mit eme grosse Ma zäme, wo us eme Sytesträssli use isch cho z’schuene. Es ich der Aschi gsi wo a däm Aabe ganz e spezielli Ufgab het gha. Im Schuelhuus isch es Vereinsfescht gsi u dert het är wölle als Samichlaus ufträtte. Für ihn isch das nüt ungwöhnlichs oder nöis gsi, o für d Ching im Dorf isch Aschi Jahr für Jahr als Chlous vo Huus zu Huus, get abglost u de Gschänkli verteilt. Eigentlich wär dä Zämeputsch mit Levin nit heftig gsi, aber wäg em rütschige Strässli hei die beide e kei Halt gha, der Levin het sich am Chlous feschtgchlammeret, ds Glichgwiicht isch verlore gange u beidi, der Chlous u der Levin si im weiche, früsche Schnee z’lige cho.

Der Bueb isch als erschts wider uf sine junge Bei gsi. Won är d Chappe uf sim Chopf i d Gredi grückt het u derbi het gseh, wär da vor ihm steit, het är vor Überraschig e keis Wort chönne fürebringe. Erscht wo o der Aschi wider isch uf d Bei cho u der Schnee vom rote Mantel het abgchlopft, het Levin d Sprach wider gfunge u lut gseit: «das isch ja der Samichlous!» Und scho im nächste Momänt si o die angere Ching, Ivan, Samuel u Isa da gsi u hei dä gross, stattlich Samichlous mit em länge, wysse Bart aagstuunet. Däm isch das itz nit ganz gläge cho, wie me sich sicher cha vorstelle. Eigentlich hätt är ja itz i ds Schuelhus sölle. Aber was wosch itz da, het är zu sich sälber gseit, gwüss chan i mir für die Ching no e Momänt Zyt näh.
«Hesch du o öppis für üs derby?» het scho im nächschte Momänt der Ivan gfragt u der Chlous ganz erwartigsvoll aagluegt. «Gwüss han i o öppis für euch», het Aschi mit eme Lächle im Gsicht gantwortet u der gross Jutesack ufgmacht, won är am Rügge het treit. Är isch halt e erfahrnige Chlous gsi, jedes Jahr het är o es paar Nüssli, Mandarinli u Läbchüechli derby gha zum ungerwägs verteile. So het är i Sack greckt und der Isa es grosses, lüchtigs Mandarinli i d Hang drückt: «Lue, das isch für di!&raqup;
«Danke», het Isa gseit u ihres Chindergsicht het gstrahlet. Zum das z’verstah, was sich da i Isas Chinderhärz i däm Momänt zuetreit het, muesch du, liebe Läser drum öppis wichtigs wüsse. Zouberwälte, Fabelwäse, Wunder u all die schöne, gheimnisvolle Wiehnachtserläbnis hei i dere junge Chinderseel no e töife u feschte Platz gha. Für d Isa isch der Samichlous e wichtigi Persönlichkeit gsi, si het fescht a dä gheimnisvoll alt Ma gloubt. D Eltere hei ihre sogar erzellt, wo de Samichlous über ds Jahr läbt – töif im Wald, amene verborgene Ort, wo niemer kennt. Dert steit zwüsche de dunkle Tanne es Huus, ganz us Holz, das isch ds Heimet vom Samichlous mit sim graue Eseli. U denn, im Christmonet, wenn die erschte Fäischter am Adväntskaländer scho offe sy, macht sich der Chlous uf e Wäg dür e Wald und denn i ds Dorf zu de Ching. Mit dene Gedanke im Chopf het d Isa zum Samichlous ufe gluegt u sich vorgstellt, wie der wyt Wäg dür e Wald mues gsy si.

Winter in Rüderswil
Winter in Rüderswil

Aber denn isch es gsy, als ob e Schatte sich über das Gsicht leit, d Isa het öppis gsinnet, het sich nid rächt getrout, z’frage, het denn aber doch der Chlous aagluegt u mit fiiner Stimm bittet: «Liebe Samichlous, chönntisch du nid o zu mim Brueder cho, är isch ja chrank, lit im Bett u het nid mit üs dörfe cho d Chüngeli luege. Gäll ja, du chasch mi Brueder cho bsueche»
Was het der Aschi da wölle mache? Däm Ching, wo ihn so erwartigsvoll aagluegt het e Abchabis gäh? Nei, wäger nid! »Das isch de öppe schöns vo dir, dass Du o a dis Brüederli däichsch. I ha scho no öppis i mim Sack! Chum, mir wei üs uf e Wäg mache!» Aschi het drum gwüsst, dass die Ching vor Eyfuhre sy u dass es nid meh als es paar Meter zu Isas Deheim cha si. D Isa het vor Fröid gjutzet u so het sich das Grüppeli, der Samichlous u die vier Ching i dere verschneite Adväntsnacht uf e Wäg gmacht zum Hus vor Isa.

E Türe im hingere Teil vom Hus het diräkt i ds Zimmer vo Isas Brueder gfüehrt u scho im nächschte Momänt isch d Türe ufgange, d Isa springt i ds Zimmer vom Brueder u seit: «Lue Luca, lue! Der Samichlous isch da für Di!» Der Luca isch uf em Bett ghocket u het e warmi Dechi über der Schultere gleit. Vor sich uf em Bett het der Bildschirm vom Notebook Computer gschimmeret, gwüss het der Luca grad im Facebook oder im Whatsapp mit sine Kollege kommuniziert. Är isch halt scho fascht 20 Jahr alt gsi u het sich grad uf d Lehrabschlussprüefig als Dachdecker vorbereitet. Jä das het Aschi halt nid chönne wüsse, är het halt gmeint, Isas Brüederli sig öppe im Alter vor Isa! Was itz mache, het är sich gfragt. Dass der Samichlous nume für d Ching es Gschänkli bringt, het är vor der Isa ja schlächt chönne säge! Da gits nume eis, het Aschi däicht: Samichlous bin i, Chlous bliben i! Är het so ta, als ob Luca no es Ching wär, het es schöns Läbchuechestärnli us em Sack füregsuecht u het das em Luca so i d Hang drückt, als ob i däm Momänt, hie u itz, öppis ganz wichtigs passiert. Derzue het är mit töifer Stimm gseit: «Säh Luca, das isch für Di!» U denn, i eim Momänt, wo der Luca ihn scho fascht e chli verläge alächlet zum sich bedanke, blinzlet im der Aschi zue u dütet unuffällig uf d Isa…

U der Luca het verstande. Är het sich bim Samichlous bedankt u wo Isa no gseit het, dass der Chlous da sygi, wil är chrank isch, het der Luca gstrahlet. Ä het sich dra erinneret, dass är ir Letschti wäg der Schuel, der Arbeit u no mängem angerem chum einisch Zyt het gha für si chlini Schwester. Aber si het a ihn däicht, gwüss nid nume, wil är grad ds Bett het müesse hüete.

Chum het Luca am Chlous dankeigisch gseit, isch dä scho bir Türe gsi, het sich no einisch umdräiht zum allne e fröhlichi Advänts- u Wiehnachtszyt z’wünsche, isch druf ds Wägli uf u scho im nächschte Momänt i der Dunkelheit vo der Winternacht verschwunde. Der Aschi ht sich gfröit, i de Ouge vor Isa het är drum ds Liecht vor Wiehnachte gseh strahle wie scho lang nümm. U dä fescht Gloube a ds Wunder vor Wiehnachte, a d Ängel wo i dere Zyt d Ärde berüehre u a Samichlous wo d Ching bsuecht, dä Gloube darf ir Seel vo däm Ching wyter läbe. U meh no, der Gloube a ds Wiehnachtswunder isch für d Isa hüt gfeschtiget worde. U de nid vo irgend öpperem. Nei, vom eigete Brueder, vo mit eim Bei scho fescht im Erwachseleläbe isch gstande.

Auf der Moosegg ist ein Ziegenparadies entstanden

Noch heute werden Besucher auf vielen Schweizer Alpen vom fröhlichen und Heimeligen Läuten der Ziegenglocken begrüsst. Hier, auf den mageren Alpwiesen fühlen sie sich genau so wohl wie im Flachland, wo das Gras dichter und üppiger wächst. Viele Geschichten erzählen von Ziegen und vom idyllischen Leben in den Bergen, die berühmteste hierzulande ist gewiss die Erzählung von Heidi und Peter. Früher waren Geissen die Kühe der armen Leute, auf manchem Hof waren einige wenige Geissen anzutreffen, die den Milchbedarf des Haushaltes deckten. In der zweiten Hälfte des 20. Jarhunderts verlor die Ziege an Bedeutung, das hatte zur Folge, dass viele Ziegenarten fast ausgestorben sind. So etwa die Stiefelgeiss oder die Kupferhalsziege, von denen in den 90er Jahren nur noch wenige Exemplare lebten. Dank Pro Specie Rara und engagierter Ziegenfreunde konnte ihr Bestand aber wieder stabilisiert werden, die Gefährdung bleibt indes bestehen.

Bündner Strahlenziege
Bündner Strahlenziege beim Kachelhüsi

Auf dem Hof «Kachelhüsi» von Rita und René Späni leben seit einem Jahr Ziegen aller Schweizer Rassen. Darunter weit verbreitete Arten wie etwa die weisse Saanen Ziege, die auch heute noch als Milchgeiss geschätzt wird. Es sind aber auch ganz seltene Arten anzutreffen wie die oben erwähnte Kupferhalsziege oder die ihr nahe Verwandte Grünochte Geiss. Beide unterscheiden sich nur durch die Fellfarbe im vorderen Teil. Beides sind robuste Bergziegen, mit langem Fell, kräftigen Hörnern und mit einem charakteristischen Ziegenbart. Ganz anders sieht die Bündner Strahlenziege aus. Über den Kopf verlaufen auf dem sonst schwarzen Fell zwei weisse Streifen zur Nase, die dem Tier den Namen gaben. Mit schön gebogenen Hörnern, Geissbart und mit weissem Maul blickt das aufmerksame Tier keck in die Welt. Gerade so, als ob sie zu wissen scheint, dass ihr Kopf ein beliebtes Sujet in der Bündner Tourismuswerbung ist.

Rita und René Späni laden gegen Anmeldung Besucher gerne auf ihren Hof ein, um die farbenfrohe Ziegenschar zu besuchen und die verschiedenen Tiere zu beobachten und zu bestaunen. Die Tiere sind neugierig und viele von ihnen gehen ohne Scheu auf die Besucher zu. Rita und René Späni geben sich viel mit ihren Ziegen ab, das macht sie zutraulich.

Kontakt Ziegenschauhof: rensp@bluewin.ch. Bericht in der Wochen-Zeitung.

Blick auf Rüderswil, einmal anders

Das folgende Bild wurde an einem regnerischen Tag im Mai aufgenommen. Durch die HDR-Technik (High Dynamic Range) wurde der Kontrastraum vergrössert, so dass auf dem Foto mehr Details zu erkennen sind. Zudem kam ein Filter zur Anwendung, der das Bild verfremdet und ihm eine eigene, vom Original abweichende Stimmung verleiht:

Rüderswil

Was ist HDR? Es ist, vereinfacht gesagt, eine neue Technik in der Fotografie, bei der von einem Bild drei Aufnahmen in unterschiedlicher Belichtung vereint werden. Bei dieser Zusammenführung können die optimal belichteten Bereiche aller Teilbilder im Ergebnis berücksichtigt werden. Der verfügbare Kontrastraum des Bildes wird somit erheblich erweitert. Bei schwierigen Lichtverhältnissen wie Bildern mit Licht- und Schattenbereichen oder Aufnahmen im Gegenlicht können «Ausbrenner» oder schwarze Bereiche besser gezeichnet werden. Ausserdem kann die Farbgebung des Ergebnisses verändert werden, was dem Bild eine vollständig neue Stimmung verleihen kann! Das hier gezeigte Bild wurde mit einer Canon EOS 60D und einem EFS 17-55 Objektiv aufgenommen. Das HDR Bild wurde dann aus der Belichtungsreihe mit Luminance HDR erstellt. Luminance HDR ist freie Software und untersteht der GNU Public License.

Auch Hühnerställe fallen nicht einfach um

Im vergangenen Januar fiel durch eine fachgerechte Sprengaktion der «Sprecherhof» in Aarau innerhalb weniger Sekunden in sich zusammen. Die spektakuläre Ingenieursleistung um zwei Uhr Morgens lockte unzählige Besucher auf die Strasse und wurde in den Medien lebhaft thematisiert. Wenn der Abbruch eines Gebäudes für soviel Aufmerksamkeit sorgt, dachte ich mir, dann könnte ich doch auch den Abriss unseres alten Hühnerstalles dokumentieren… «Was ist denn so ein schäbiges, verwurmtes und stellenweise sogar verfaultes Hühnerhaus im Vergleich zu einer 45 Meter hohen, mächtigen Betonkonstruktion?!» wird nun gewiss manch einer protestierend fragen. Keine Sorge, ich bin mit dessen bewusst…

Trotzdem gibt es ein paar Dinge, die erwähnenswert sind. Etwa die Feststellung, dass sich die 66 Jahre alte Holzkonstruktion als stabiler erwies als angenommen. Nachdem wir die Seitenwände und das Dach abmontiert hatten, banden wir eine Stahlkette um den hinteren, mittleren Stud und wollten diesen mit Hilfe des Traktors wegreissen, damit der Holzbau in sich zusammenfällt. Der Balken war aber so gut befestigt, dass beim Wegziehen nicht der Balken selbst, sondern das ganze Hühnerhaus über den Platz geschleift wurde! Der Ständerbau mit Pultdach aus dem Jahre 1947 war also trotz Fäulnis noch lange nicht einsturzgefährdet. Der Stall stürzte erst in sich zusammen, als der vordere, mittlere Stützbalken weggerissen wurde. Hier konnte dann die Holzteile mit einer Kettensäge zerlegt und zur AVAG abtransportiert werden. Erwähnenswert ist ferner das Fundament: es bestand lediglich aus aufgeschütteter Erde und aus 40cm langen Betonzylindern, die als Stützen dienten. Und endlich soll die Tatsache gewürdigt werden, dass die Erbauer ihr Werk mit einfachen Ornamenten verziert haben. Einer der Büge zum Abstützen der Traufe war zu einer schlichten Züpfenform zugeschnitten, so wie es bei Berner Bauernhäusern häufig zu sehen ist.

Abbruch Hühnerstall

Warum müsste das Gebäude weichen? Natürlich war es als Hühnerstall seit Jahren nicht mehr nutzbar. Zahllose Löcher, Faulstellen und das fleissige Nagen und Wühlen der Mäuse unter dem Boden und zwischen den Wänden machten es zu einem wahren Marderhimmel. Hier hätten Hühner wohl nicht manche Nacht überlebt! Deshalb finden sie seit zwei Jahren Platz in einem kleinen, praktischen Hühnerstall vom Ilfis Holzbau. Der frei gewordene Platz bleibt indes nicht frei. Er wird bald für einen Autounterstand genutzt werden.

«Alpenhorn, Emmenthaler-Joggeli, Für die Frauen, Sprechsaal für Land- und Milchwirtschaft»
Der Hühnerstall war auf allen Seiten doppelwandig. Und beim Wegreissen dieser Verschalung gab es noch eine kleine Überraschung. Als Isloationsmaterial wurde schlicht und einfach Zeitungspapier verwendet. Sorgfältig haben damals die Erbauer mit Reissnägeli ganze Zeitungsseiten an der Innenseite der Aussenwand befestigt. Als wir die inneren Laden mit einem Geissfuss wegrisssen, blickten wir plötzlich auf Nachrichten aus der Zeit zwischen Mai und Juli 1947. Zu lesen waren Artikel über einen Friedensvertrag für Italien oder über Neubestimmungen für die Schweizer Lebensmittelmarken, die es damals noch gab, sie wurden erst 1948 aufgehoben. Undf nun nun wussten wir auch, wann der Stall gebaut wurde: irgendwann im Sommer 1947!

Alte Zeitungen im Hühnerstall

Alte Zeitungen

Die meisten der Zeitungen waren alte, noch mit Frakturschrift gedruckte Ausgaben des Emmentaler Blattes, auch «Der Emmenthaler» genannt. Das Blatt erschien jeweils am Montag, Mittwoch und Freitag. Herausgeberin war die «Emmentaler-Blatt AG» in Langnau, die unter der einfach zu merkenden Telefonnummer 8 zu erreichen war.

Mail us Rüderswil

Wie isch das, wenn wenn der Winter langsam z’Änd geit u der Früehlig bim Erwache z’erscht mal d Ouge ufmacht? Wenn der Bode no nass u ärdig isch, d Böim no kahl, mit de erschte Chnoschpe i de Escht. Im Früehligsmonet überchunt d Sunne Chraft, wermt ds Land, so dass die erschte Gresli u Blüete erünne, e erschte warme Früehligsluft im Gsicht z’gspüre isch.

U denn, uf em Wäge düre Wald, ire schattige Duele, wo vor Jahre e grosse Boum siner Wurzle het usbreitet, fingsch Du es letschts Räschteli Schnee. Es isch grad so, als ob der Winter sich no es letschts Mal wett zeige. U dür d Escht vo de Boumchrone schint d Sunne, jede Tag wermer. Gli isch vom Schnee nüt meh z’gseh.

Du hebsch d Hang vor d’Ouge u gsehsch vor Dir no einisch e Wintertag, mit häll lüchtendem Schnee wo in der Sunne glitzeret, mit Schneeflocke wo im Winterluft tanze, mit Ischzäpfe a der Dachtroufi. Aber denn, denn nimmsch d Hang wider ewägg u luegsch zmitz ine wunderschöne, milde u blüehende Früehligstag!

Radio Heimatklang mit Titelticker auf Homepage

Die Hörer von Radio Heimatklang haben immer wieder nach dieser Funktion gefragt: eine Anzeige des aktuell gespielten Titels auf der Homepage. Dies war bisher nur mit der Musikwiedergabe möglich, die in einem eigenen Fenster geöffnet wurde. Nun wurde die Anzeige direkt auf der Startseite realisiert. Und nicht nur das! Angezeigt werden auch der Titel, der als nächstes gespielt wird, sowie eine Rückschau auf die zuletzt gespielten Stücke:

Titelticker Radio Heimatklang

Umgesetzt wurde die Anzeige mit einem einfachen Verfahren. Der Anbieter der digitalen Musik (Streaming Dienst) liefert nicht nur die Musik, sondern auch eine Datei, aus der das aktuelle Musikprogramm entnommen werden kann. Die Datei, die nach jedem Titelwechsel aktualisiert wird, liegt im sogenannten XML-Format vor, sie muss vor der Anzeige etwas umformatiert werden. Dies erledigt ein PHP Script, der alle zehn Sekunden automatisch in einem Rahmen der Homepage aufgerufen wird. Er wertet die XML Datei aus, formatiert den «Titelticker» und zeigt die Daten so an, wie von den Besuchern der Homepage gewünscht.

Natürlich wird es in Kürze auch ein Archiv geben, das eine Suchfunktion haben wird. So kann herausgefunden werden, welches Jodellied oder welcher Ländler zu einer bestimmten Zeit gespielt wurde – und wie die CD heisst.

Mail us Rüderswil

E wissi, lüchtendi Schneedecki het sich über em Land usbreitet, der Winter het sis guldige Szepter us Isch u Schnee fescht i der Hand und e chalte Februarwind treit mächtigi, grauwissi Schneewulche über ds Land. Und denn, während de erschte Stunde vom nöie Tag, schneit es wider. Zerscht si es nume weni, ganz fiini Schneeflöckli, wo under em Himmelszält tanze u zletscht uf üsere liebe Ärde blige lige. Abre denn wärde die Flöckli doch grösser, wärde meh u meh, erfülle der Himmel. Chaisch du mir säge, wievil Schneeflöckli da i der chalte Winterluft desume wirble u stübe? Niemmer cha das wüsse. Aber wenn Du alli Schneeflöckli vo allne Winter zämenimsch, wo d Mönschheit je erläbt het, de git das zäme vellicht ds erschte, chline Schneeflöckli im mächtige Schneesturm vo der grosse Ewigkeit.

Rund um ds Dorf Rüderswil isch es no töife Winter, es isch der Horner-Monet, wie me früecher o het gseit. Churz si no d Tage u der Schnee drückt uf d Escht vo de Böim. Aber doch: Liechtmäss isch syt zwe Wuche verbi u wär dür e Wald louft u ufmerksam häreluegt, dä cha die erschte Vorzeiche finge, dass der Früehlig nümme färn isch. All die Plätz um ds Dorf, wo itz no im Winterchleid vor üs lige, strahle denn i heitere u früsche Früehligsfarbe, d Meiesunne steit wermend u lüchtend am Himmel.

Aber doch isch es der glich Ort, ob’s grad Früehlig, Summer oder Winter isch. Da u dert, rund um ds Dorf oder o chli wyter ewägg, git es Plätzli wo mir bsungers gärn hei. Vellicht ds Ämmechnöi, es Waldstück uf der Moosegg oder e gheime Ort a der Ämme. Ob’s Summer oder Winter isch, sie hei immer ihre eiget Zouber, wo üs aazieht, wo üs immer wider a die eigete Plätzli häretreit. I ha mi o scho gfragt, was es ächt chönt si, dass sich ds Mönschehärz ganz bestimmti Plätzli uf dere Wält ussuecht, dass die Orte sogar i de schönschte Lieder u Gedicht besunge wärde. Gwüss si es schöni Erinnerige, wo das Plätzli zu öppis Bsungrigem macht. Oder es isch es Örtli wo üs gar guet gfallt, oder ds Alphorn tönt grad da bsunders schön u heimelig.

Mängisch het es Plätzli aber o einfach e eigete Zouber, wo üs azieht, mir chöi’s nid rächt säge, was es isch. Aber das macht o nüt, es brucht ja nid für alles uf dere Wält geng grad e Erklärig. U doch mues da öppis wahrs dranne sy. Jede Ort uf der wyte Ärde het e eigete Zouber, treit töif i sich inne es Gheimnis, wo nume dä kennt, wo die Wält erschaffe het. U so gits für jede Mönsch Plätzli, wo grad ihn i bsungerer Art u Wys azieh. Wenn mir a das Plätzli chöme, de isch es, als ob d Seel Wyti fingt, Ruum fingt zum sich usbreite u schnuufe, zum löie u sy.

Und es isch, als ob e Klang us der färne, ewige Heimat grad hie a däm Plätzli fiin u lislig a üses Ohr klingt.

Turbulenzen um einen Lottogewinn

Der Männerchor Rüderswil/Zollbrück war in den vergangenen Monaten nicht untätig und hat ein Konzert einstudiert. Einmal mehr setzen die Sänger aus dem Oberemmental auf Tradition, unter der Leitung von Regine Wirth hat der Männerchor bekannte Trink- und Seemannslieder einstudiert. Zu hören sein werden unter anderem Schuberts Bachus und «Des Zechers Herbstlied» von Willy Bieger.

theater

Nach dem Konzert werden die Theaterleute des Vereins die Lachmuskeln des Publikums arg strapazieren. Einstudiert wurde dieses Jahr ein oppulenter Dreiakter, bei dem sich alles um einen vermeintlichen Lottogewinn dreht: mit dem Millionengewinn vor Augen will Mutter Vreni Moser ihre Tochter mit einem Grafen verheiraten, der Stand und weiteres Vermögen verspricht. Wie erwartet hat sie die Rechnung ohne den Wirt, resp. ohne den schrulligen Grossvater gemacht. Dieser bringt alles durcheinander! Trifft am Ende der erwartete Geldsegen ein? Oder ist die Liebe einmal mehr stärker?

» Bericht in der Wochen-Zeitung

Wiehnachtsgruess vom Köbeli

Möget Dir euch no bsinne? Vor dreine Jahr het mis Gspänli, der Felix, hie uf em Blog vom Beni euch es frohs Wiehnachtsfescht gwünscht. Mi het es ja denn no gar nit gäh. I bi hürigs Jahr ame sunnige Früehligstag im Trueb uf d Wält cho. U mis Wäse isch grad so wie das vome heitere Meietag, i has gärn luschtig, springe um ds Huus u cha vom spile gar nid gnue übercho. Vellicht wärdet Dir itz frage, was het de so es jungs Katerli über ds Wiehnachtsfescht z säge? Eis, wo nach em spile u wiud desume gumpe so gärn gstrichlet wird u denn zfride uf ds Ruehbett ligt? I weis euch da vellicht öppis…

Köbeli

Aui Ching uf dere wyte Ärde, ganz glich ob Mönsch oder Tier, wärde vo me Ängel ganz süferli uf de Arme treit, wenn Si ds Liecht vo der Wält ds erschte Mal gseh. Und e Ängel isch es o, wo däs Ärdeching dür die erschti Zyt begleitet, ihm Tröim schänkt, wenn der Mond am Himmel steit, ihm vo Wunder u Fabelwäse erzellt, wenn d Sunne dür ds Fäischter schynt. Fiin verwobe isch es Chinderläbe mit der Gägewart vo dene himmlische Wäse. Erscht, wenn ds Chind elter wird, löse sich die Verbindige, aber ganz abtrennt wärde sie doch nie. Tröim, Phantasie u der fescht Gloube a Wunder si wie warmi Chleider, sie gäh Schutz u Geborgeheit uf dere Wält. Sie si es Gschänk vom Ängel, wo d Chinderseel treit u bhüetet. Wie guet het’s doch das Ching, wo lang i der Geborgeheit cha läbe; u die Mönsche, wo uf em Wäg zum Erwachsesy nid alles ablege.

O ds Jesuschind i der Chrippe isch vo Ängel begleitet gsi, das steit sogar i der Bible. Ängle hei die gueti Nachricht verchündet. Nid i Paläscht oder im grosse Tämpel, nei, verusse uf der Weid bi de Hirte u bi de arme Lüt, wo als erschts vernoh hei, was passiert isch, wo als erschts der Wäg zum Stall funge hei. I der gliche Nacht si o drei Stärndüter zur Chrippe cho. Was si tröimt hei, was si fescht gloubt hei, isch i dere Nacht i Erfüllig gange, e Stärn het ihne der Wäg zum Stall gwise. Aber wie verschide die eifache Hirte u wytgreiste Stärndüter o si, öppis verbindet se doch: der Gloube a Ängel, a himmmlischi Wunder, a Tröim. Der Ängel, wo ds Chind het treit, är isch immer no da u breitet d Flügel über sim Schützling us, wiu dä Mönsch der Gloube a ihn, der Ängel, nie verlore het.

Ängel hei im Stall über ds Christchind gwacht, si hei gsunge u gjutzet, wo si de Hirte u Buure vo der Geburt erzellt hei. I der heilige Nacht si mängs tuusig Ängel uf de Weide rund um e Stall erschyne. D Fröid über d Geburt vom Jesus het se erfüllt! Si hei denn scho präzys gwüsst, dass Jesus de Mönsche öppis wird schäiche, wo wyt über das use geit, was e Ängel verma z gäh. U so wie d Hirte u Magier, so hei o Ängel u ds Jesusching öppis gmeinsams: si si immer bi üs, wenn mir a si gloube. Ängel, wo dür Tröim zu üs rede u der Jesus, wo d Türe für i Himmel wyt ufgmacht het.

IMGP1385

Das also isch mi Wiehnachtsgruess. I gah itz wider zum mim Plätzli uf em Sofa, uf d Dechi wo weich u warm isch u mir vellicht o e Troum schänkt. I wünsche mir, das i der Christnacht d Himmelsbote ganz nach bi üs wärde sy, so wie denn vor 2000 Jahr. Und i wünsche Euch allne es frohs u mit Wunder erfüllts Wiehnachtsfescht.